Der 24. Februar 2020 war für die Schüler des Richard-Wossidlo-Gymnasiums Waren kein ganz normaler Montag.  Zu Besuch war der litauische Künstler Martynas Levicki, Preisträger der Festspiele MV, der mit seinem ziemlich unterschätzten Instrument, dem Akkordeon, viele Schüler faszinierte. Zur Organisation dieses besonderen Tages fand sich eine kleine Gruppe von Schülerinnen zusammen, die den Musiker insbesondere begrüßte und den Tag über begleitete.

Das erste Highlight des Tages war die von Martynas gestaltete Musikstunde, in der er über sich und sein Instrument berichtete. So gelang es ihm, einige Vorurteile über die Musik des Akkordeons, volkstümlich bekannt unter den Begriffen Schifferklavier, Kwetschkommode oder auch Schweineorgel, wie er selbst erklärte, zu beseitigen. Dabei erzählte er uns, dass es das Instrument in gewisser Form schon vor der Erfindung im Jahr 1829 gab.

Die Unterrichtsstunde war auch insofern besonders und anders, da Martynas ausschließlich Englisch mit uns sprach. Somit forderte er nicht nur unsere Musikkenntnisse heraus, sondern auch unsere englischen Sprachfähigkeiten. Der zweite Höhepunkt war das anschließende Konzert von Martynas Levicki in der Aula unserer Schule. Auch hier waren die Schüler im Bann der Musik gefesselt. Ihr Interesse war riesengroß.

Er präsentierte einen ganz eigenen Umgang mit diesem Instrument und entlockte dem Akkordeon interessante Klänge, mit denen wir alle nicht gerechnet haben. Nach dem Konzert bekamen  Schüler  die Möglichkeit, einige Fragen zu stellen, die zum einen sie und Martynas zum Nachdenken anregten.

So erfuhren wir zum Beispiel, dass er gerne „Bad guy“ von Billie Eilish hört, es liebt, den ganzen Tag mit Auto, Traktor oder Bus herumzufahren und eigentlich mal Piano spielen wollte. Inspiration findet er bei einzigartigen Menschen und seinem Publikum. Er möchte mit seiner Musik Gefühle übermitteln und hofft, dass seine Zuschauer dies nachempfinden. Die Stille in unserer Aula während des Konzertes spricht dafür. Das Akkordeon ist langweilig und wird nur zum Schunkeln in der Volksmusik eingesetzt?

Martynas überzeugte uns vom Gegenteil.     

Emma Jastram, Tanja Minke 24.02.2020